Tagungen
TAGUNGEN

RÜCKBLICK

Hier finden Sie Programme und Beiträge unserer Tagungen der letzten Jahre.

Für Mitglieder des Museumsverbands Baden-Württemberg bieten wir die Möglichkeit, sich die Tagungsvorträge von vergangenen Tagungen per E-Mail zusenden zu lassen. Verfügbare Vorträge sind bei den jeweiligen Tagungen entsprechend gelistet. Für eine Bestellung senden Sie bitte eine kurze E-Mail an unsere Geschäftsstelle. Bitte nennen Sie uns das Jahr und den Titel der Tagung sowie den gewünschten Tagungsvortrag.

 

Die Arbeit der Museen hat sich seit Beginn der Corona-Pandemie grundlegend verändert und trifft die Einrichtungen teilweise bis in ihr Grundverständnis. Selbst die scheinbar letzte Konstante, das Museum als räumlicher Ort, gerät ins Schwanken.
Schon lange, und durch Corona besonders befeuert, gibt es immer mehr Vermittlungsangebote im digitalen Raum, aber auch physisch sind einzelne Museen in Outreach-Projekten darauf aus, auch außerhalb des eigenen Hauses Menschen zu erreichen, die nicht ins Museum kommen.
Im Museum wird der Wandel ebenso vorangetrieben: Museen wollen „third places“ sein, also Orte zwischen Privatleben und Arbeit, die ganz andere Anforderungen haben als nur das Präsentieren von Ausstellungen.
Die Tagung fragt nach Visionen für die Museen in diesem Spannungsfeld, welche Anforderungen an die Einrichtungen gestellt werden und welche Funktion sie darin erfüllen. Was für ein Ort ist das Museum der Zukunft? Lässt es sich überhaupt noch an einer Stelle verorten?

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Beate Lex / Heike Kramer (Stuttgart):
    Museum im Wandel, aber wie?
  • Julia Müller (Köln):
    museenkoeln IN DER BOX Anfassen erlaubt! Ein aufsuchendes Vermittlungsangebot des Museumsdienstes Köln
  • Dorothea Hintermann / Christina Lolos (Winterthur, Schweiz):
    Archäologie auf Rädern – Das Archäomobil Ostschweiz bringt Archäologievermittlung an jeden Ort
  • Teresa Leibfritz (Waldenbuch):
    „Digga, im Museum bin ich lost!“ Eröffnung neuer und niederschwelliger Bildungs- und Lebensräume für Kinder
    und Jugendliche als ein Wechselspiel von Museum und Schule jenseits von gymnasialen Bedürfnissen
  • Stephanie King (Konstanz):
    Bühne frei für die Wissenschaft. Archäologen machen Theater
  • Carsten Arbeiter (Konstanz):
    Vernetzung von Schulen und Museen: Perspektiven eines modernen (Landes-) Geschichtsunterrichts

 

Die COVID-19 Pandemie hat es gezeigt: Bisher prominente Aufgabenbereiche der Museen wie Vermitteln und Ausstellen reichen nicht aus, um sich auch in schwierigen Zeiten als gesellschaftlich relevante Institution zu legitimieren. Tatsächlich wurden Museen (vermutlich nicht ganz ohne eigene Mitschuld aufgrund ihres bisherigen Selbstverständnisses) von der Politik in die Nähe von Freizeiteinrichtungen gestellt und wie diese behandelt. Andere Kultureinrichtungen wie Büchereien, Volkshochschulen oder Musikschulen wurden dagegen in erster Linie als Bildungs- und Lernorte wahrgenommen und konnten länger geöffnet bleiben.
Angesichts der finanziellen Auswirkungen der Pandemie auf die öffentlichen Haushalte drohen zukünftig gerade auch im Kulturbereich Mittelkürzungen. Daher sollten Museen ihr Profil generell insofern schärfen, dass ihre Träger und die Gesellschaft ihre Arbeit als relevant ansehen.
Ein solcher möglicher Wandel im musealen (Selbst-)Verständnis ist neben der Betonung der eigenen Bedeutung als gesellschaft-
licher Lernort „kultureller Bildung“ die nachdrückliche Heraushebung des Sammelns und Bewahrens als wichtiger Beitrag zur Bewahrung des kulturellen Erbes eines Gemeinwesens, einer Region oder eines Landes. Das Ziel künftiger Museumsarbeit sollte es sein, dass nicht erst in Zeiten erzwungen Stillstandes ohne Ausstellungen und Veranstaltungen die Arbeit an und mit den Sammlungen in den Vordergrund tritt.
Die Online-Tagung soll ein Anstoß zu Diskussion und Meinungsbildung sein. Sie soll dabei helfen, zu erkennen, welche Voraussetzungen in der Haltung von Trägern und Museumsleuten aber auch den Rahmenbedingungen und finanziellen und personellen Ressourcen dafür notwendig sind.

Kooperationspartner: Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Tagungsprogramm

 

Verfügbare Tagungsvorträge als Video:

 

 

 

 

Innerhalb von wenigen Monaten haben sich die Rahmenbedingungen für die Museen grundsätzlich geändert.
In allen Bereichen der Museumsarbeit mussten Veränderungen vorgenommen werden - von der Organisation interner Arbeitsabläufe bis zum Verzicht auf Ausstellungen, Veranstaltungen und gängige Vermittlungsformate. Bis heute sieht es nicht danach aus, dass die Beschränkungen in absehbarer Zeit aufgehoben werden und der frühere Museumsbetrieb unverändert fortgeführt werden kann. Die Museen müssen sich darauf einrichten, ihre Arbeit noch lange Zeit unter diesen Beschränkungen fortzuführen. Darüber hinaus ist absehbar, dass die Kosten zur Bewältigung der Krise auch auf die Museen durchschlagen.
Die Belastung der öffentlichen Haushalte wird zur Folge haben, dass viele Museumsträger sparen müssen und Einschränkungen für den laufenden Betrieb und geplante Investitionen auf die Museen zukommen. In dieser Situation wollen wir die Frage nach der gesellschaftlichen Bedeutung von Museen stellen. Wie müssen sich die Museen aufstellen, um in Zukunft ihre Position als Kultur- und Bildungseinrichtung zu erhalten und auszubauen?

Kooperationspartner: Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg

Presseinformation zur Tagung vom 16. Oktober 2021

 

Eine zunehmend digital vernetzte Gesellschaft stellt hohe Ansprüche an neue Formen der Präsentation und Vermittlung.
Wie kann man als Museum diesen gewandelten Anforderungen gerecht werden? Bislang gibt es meist keine Gesamtstrategie
für die digitale Vermittlung. Vielmehr werden häufig im Rahmen von Förderprojekten einzelne Digitalisierungsmaßnahmen ermöglicht.
Eines der größten dieser Projekte ist museum4punkt0, gefördert vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, an dem auch Museen aus Baden-Württemberg beteiligt sind. Ein wesentliches Ziel dieses Projektes ist es, konkrete digitale Anwendungen zu entwickeln, die über den Kreis der Verbundpartner hinaus anderen Museen zur Verfügung stehen sollen.
Im Rahmen der Tagung werden die Partnermuseen von museum4punkt0 über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung solcher Anwendungen berichten sowie bereits fertiggestellte Produkte präsentieren. Daneben wird Raum sein zur Diskussion über den Bedarf an Digitalisierung für das eigene Haus sowie über Bedingungen für das erfolgreiche Umsetzen von Digitalisierungsvorhaben.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Abstracts der Vorträge
  • Information zur Tagungsausstellung

 

Das Dreiländermuseum Lörrach hat in den vergangenen Jahren gute Erfahrungen mit Netzwerkarbeit gemacht und sich sein spezifisches Profil erworben. Das Haus präsentiert als einziges in Europa die Geschichte einer Region im systematischen Vergleich von drei Nationen. Kooperationen spielen dabei eine herausragende Rolle.
Prägend für das Museum ist sein Standort in der Agglomeration Basel mit über 800.000 Einwohnern und rund 50 Museen sowie nahe der französischen Stadt Mulhouse mit bedeutenden Industrie- und Technikmuseen. Gefördert durch Mittel der Europäischen Union hat das Dreiländermuseum ein Netzwerk von rund 400 Geschichtsvereinen aus Deutschland, Frankreich und der Schweiz aufgebaut und organisiert alle vier Jahre zusammen mit dem MuseumsPassMusées eine grenzüberschreitende Ausstellungsreihe mit zahlreichen Partnermuseen zu einer gemeinsamen Thematik.
Auch in der Kooperation mit einer Vielfalt von Gruppen vor Ort ist das Museum aktiv. Für seine Zusammenarbeit mit inklusiven Institutionen wurde es ausgezeichnet.
Die Tagung bietet die Möglichkeit, diese Aspekte der Arbeit des Dreiländermuseums näher kennenzulernen und mit eigenen Erfahrungen und Möglichkeiten zu vergleichen. Vernetzung bietet die Chance, die Qualität der Arbeit zu verbessern, andere Ausstellungsbesucher zu gewinnen und Menschen partizipativ zu beteiligen. Doch steht jedes Museum dabei vor spezifischen Herausforderungen. Welche Bedingungen ermöglichen überhaupt erst Kooperationen und Vernetzungen zwischen Museen oder können sie entscheidend befördern? Wie können die einzelnen Partner profitieren und zugleich ein Gesamtprojekt zum Erfolg führen? Und wo liegen Schwierigkeiten und Grenzen?

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Silke Höllmüller / Jan Merk: Tagungsbericht

 

Museen sind keine rechtsfreien Räume. Sie stoßen bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben vielmehr früher oder später auf rechtliche Bestimmungen, die ihr Handeln eingrenzen. Dies betrifft nicht nur Verwaltungsaufgaben, sondern in hohem Maße
auch die klassischen Aufgaben des Museums: Sammeln, Bewahren, Forschen und Ausstellen/Vermitteln. Häufig ist den Handelnden dabei aber gar nicht bewusst, welche gesetzlichen Vorschriften und Rahmenbedingungen in einzelnen Bereichen
zu beachten sind. Doch Unwissenheit schützt nicht vor Ärger!
Die Tagung will ausdrücklich keine Rechtsberatung für Museen sein. Dies ist in dieser Form auch gar nicht möglich, wäre doch jedes einzelne Thema eine eigene Veranstaltung wert. Sie will die Mitarbeiter*innen der großen und kleinen Museen vielmehr darauf sensibilisieren, wo es in einigen wichtigen Bereichen des Museumsalltags Fallstricke und Möglichkeiten gibt, mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. Sie will dazu aufrufen, bei der täglichen Arbeit immer wieder inne zu halten und zu überlegen,
ob gesetzliche Rahmenbedingungen eingehalten werden.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Carola Thielecke (Berlin): Erwerbung von Sammlungsgut. Was ist rechtlich zu beachten?
  • Maria Wilhelm (Stuttgart): Datenschutz im Museum
  • Klaus Thorwesten (Osnabrück): Abgabenpflichten im Kulturbereich
  • RA Dirk Heinisch (Tuttlingen): Rechtliches zu Veranstaltungen
  • Dr. jur. Jens Bortloff (Mannheim):
    Scheinselbstständigkeit in der Museumspädagogik Ein Problem und seine Lösungsmöglichkeiten

 

Innerhalb weniger Jahre hat sich das Museumsviertel in der oberschwäbischen Stadt zu einem Besuchermagneten entwickelt. Vier Museen mit unterschiedlicher Thematik, betrieben von kommunalen und privaten Trägern wurden innerhalb weniger Jahre
in der historischen Ravensburger Oberstadt neu gegründet – für eines wurde sogar ein neues Gebäude erstellt.
Das Museum Humpis-Quartier, Träger des Lotto Museumspreises 2015, zeigt die Stadtgeschichte und eröffnete im Jahr 2009;
ein Jahr später wurde das Firmenmuseum Ravensburger eröffnet mit einer Ausstellung zur Firmengeschichte und zu den Produkten des Spieleproduzenten; das von der Stiftung der Kreissparkasse Ravensburg getragene Wirtschaftsmuseum ging 2012 in Betrieb und das preisgekrönte Kunstmuseum Ravensburg ein Jahr später. Die 50.000 Einwohner zählende Mittelstadt nördlich des Bodensees ist damit auch eine vitale und erfolgreiche Museumsstadt.

Die Tagung will nicht nur nach den Erfolgsrezepten für diese einmalige Entwicklung fragen. Sie will zusammen mit den Verantwortlichen die Bedingungen und Möglichkeiten für eine gute Kooperation ausloten, die Synergieeffekte in der Außendarstellung freisetzt, ohne dass die Identität der einzelnen Einrichtung darunter leidet. Vor Ort können die Teilnehmer
mit den Ravensburger Museumsleitern diskutieren, wie sich die Museen mit ihrer Vermittlungsarbeit in die Stadtgesellschaft einbringen? Auch die Frage nach den Vor- und Nachteilen kostendeckender Eintrittspreise oder nach der Perspektive eines Sammlermuseums und den Bedingungen, die Stifter für Geld- und Objektspenden erwarten, können mit den Experten in Arbeitsgruppen besprochen werden

Tagungsprogramm

 

Die touristische Bedeutung von Museen wird von Trägern aber auch Museumsleuten immer wieder als eine ihrer wesentlichen Stärken herausgestellt. Doch sind sie tatsächlich Besuchermagneten, die zahlreiche Touristen aus nah und fern anziehen?
Oder stellen sie selbst in Tourismusregionen eher nur eine Verlegenheitslösung für Regentage dar? Machen sich Museen mögliche institutionelle Vorteile in diesem Bereich zunutze und gehen auf die Bedürfnisse von Touristen ein? Oder haben Museen zunächst ganz andere Aufgaben und sollten sie sich vor allem um die Bevölkerung vor Ort bemühen? Die eine, richtige Antwort auf diese Fragen gibt es vermutlich nicht; vielmehr müssen sehr unterschiedliche Aspekte je individuell betrachtet werden. Die Tagung versucht, die Sicht von Tourismusexperten und Museumsfachleuten zusammenzuführen, offene Fragestellungen und Bedürfnisse zu identifizieren sowie Antworten, aber vor allem auch Anregungen zu geben, wie Museen sich in diesem weiten Feld positionieren und sich damit auseinandersetzen können, ob sie Tourismuseinrichtungen sind oder sein wollen.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Tagungsbericht (Zusammenfassung und Ergebnisse)
  • Andreas Braun (Stuttgart): Bestseller oder Ladenhüter? Museen als Tourismusfaktor
  • Dr. Anton Englert (Füssen): Tourismus: Fluch oder Segen?! Museen im Schatten der Königsschlösser
  • Dr. Eva Keller (Basel): Museumsstadt als Marke. Das Beispiel Basel
  • Dr. Wolfgang Gall / Patricia Potrykus (Offenburg): Inhalt oder Outfit? Was zieht Touristen ins Museum?
  • Prof. Dr. Gunter Schöbel (Unteruhldingen): Erfahrungsbericht aus den Museen Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
  • Armin Dellnitz (Stuttgart): Der Tagestourist, eine unterschätzte Zielgruppe im touristischen Marketing
  • Julia Bauer (Köln): Kulturelle Spannungsfelder: Reisejournalismus, Massenmedien und Museen
  • Ergebnisse der Workshops

 

Viele Museen wurden vor Jahrzehnten gegründet. Heute stehen sie vor der Frage, wie sie sich für die Zukunft rüsten.
Dabei geht es nicht nur um einzelne Fragestellungen wie Sammlungstrategie oder Erscheinungsbild, sondern auch um grundsätzliche Entscheidungen, etwa wie sich das Museum innerhalb einer Stadtgesellschaft definiert. Mit der Herbsttagung
2017 stellt der Museumsverband seinen Mitgliedern ein neues Tagungsformat vor: eine eintägige Exkursion zu einem Museum mit Vorträgen, Workshops und der Möglichkeit zum Austausch unter Kolleginnen und Kollegen.

Das Museum Ulm wurde vor bald einhundert Jahren durch bürgerschaftliche Initiative gegründet und steht in kommunaler Trägerschaft. Dieser Tradition verpflichtet, sammelt, bewahrt, erforscht, zeigt und vermittelt das Museum 40.000 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte. Die Bestände reichen vom größten und ältesten Kunstwerk der Menschheit, dem eiszeitlichen Löwenmenschen, bis zur Sammlung Stiftung Kurt Fried, die 440 Werken von der Klassischen Moderne bis zum Abstrakten Expressionismus umfasst.

Als kommunale Einrichtung befindet sich das Museum Ulm seit einigen Monaten in einem umfassenden Prozess der Erneuerung. Unter neuer Leitung werden sich in den nächsten Jahren nicht nur das Erscheinungsbild und die Tätigkeitsfelder, sondern auch die räumliche Situation verändern. Dies betrifft viele Bereiche: die Architektur im historischen und zugleich neuen Stadtzentrum, die Identität als regionales Kunst- und Kulturmuseum mit internationaler Strahlkraft, sowie die Fragen von Depot, Sammlung, Digitalisierung und Vermittlung. Museumsteam, Verwaltung und Gemeinderat entwickeln Konzepte, um das Museum neu aufzustellen und in eine sichere Zukunft zu führen.

Tagungsprogramm

Ein Bericht von der Tagung ist im Magazin 'Momente Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg' erschienen:
Tagungsbericht Museumsland 01/2018

 

Digitalisierung – dieses Schlagwort steht seitlangem im Fokus der Diskussion über die Zukunft der Museen. Doch die Nutzung neuer Technologien ist für viele kleine und mittlere Museen bislang reine Zukunftsmusik. Auch große Häuser wissen nicht, ob es besser ist, abzuwarten oder erst einmal überall mitzumischen, um ja keinen Trend zu verpassen. Gefragt ist mehr denn je eine digitale Strategie, eine bewusste Entscheidung, was ich in der virtuellen Welt erreichen will und was ich mir leisten kann.
Am Beispiel aktueller Entwicklungen beider Digitalisierung von Sammlungen will die Tagung Chancen und Risiken thematisieren. Dabei werden technische Probleme nicht verschwiegen, mangelnde Ressourcen und die Angst einiger Museen, in den Netzen die Kontrolle über eigene Inhalte zu verlieren. Doch in erster Linie soll es um Projekte gehen, die virtuelle Museen und Sammlungen nicht als Konkurrent der physischen Welt begreifen. Sie zeigen Digitalisierung als wirkungsvolles Instrument wissenschaftlicher Museumsarbeit oder als wichtigen Schritt hin zu einem partizipativen Museum. Provokant gefragt: Führt die Bereitstellung von Sammlungen in den Netzen zurück zum materiellen Objekt? Bringen Sie dem Museum gar neue Besucher?

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Jutta Ulmer-Straub (Stuttgart): Grußwort Digitalisierungsstrategien der Museen in Baden-Württemberg
  • Dr. Christian Gries (München): Wenn Sammlungen in den Dialog mit dem Besucher treten. Digitale Strategien im Museum
  • Frank Frischmuth (Berlin): Konzepte für ein virtuelles Museum
  • Dr. Chantal Eschenfelder (Frankfurt a.M.):
    Das Städel Museum und seine digitale Transformation. Vom Bildungsauftrag im 21. Jahrhundert
  • Prof. Dr. Eckart Köhne (Karlsruhe):
    Museumsbesucher zu Nutzern machen. Das neue Konzept für das Badische Landesmuseum
  • Dr. Antje Schmidt (Hamburg): Offenheit als digitale Strategie. Die MKG Sammlung Online
  • Dr. Roland Wiermann (Bernburg): Just do it! Digitales Sammlungsmanagement im Museum Schloss Bernburg

 

Bürgerbühnen, Mitsprache bei Entwicklungen in der eigenen Stadt, in den sozialen Medien – überall begegnen wir Prozessen,
bei denen nicht (nur) Experten, sondern alle Interessierten in Entscheidungen einbezogen werden und diese aktiv mitgestalten.
In der Kinder- und Jugendbildung werden partizipative Elemente schon seit langem praktiziert und akzeptiert. Erfolgreiche Partizipation setzt eine Begegnung auf Augenhöhe voraus. Ist das im Museum möglich?
Museumsmitarbeiter haben Fachwissen, methodische und wissenschaftliche Kompetenzen, die sie für die Museumsarbeit qualifizieren. Wo sollen die Besucher mitsprechen? Die Entscheidungen muss am Ende doch das Museum fällen. Oder nicht?
Die Tagung geht der Frage nach, ob die Beteiligung von Besuchern und Noch-nicht-Besuchern ein Instrument ist, um Museums-
ziele zu erreichen. Ausgehend von der Frage „Was ist Partizipation?“ zeigen Erfahrungsberichte aus der Praxis Möglichkeiten und Grenzen. Können Teilhabe, Mitbestimmung, Co-Produktion/User Created Content oder sogar Selbstbestimmung im Museum eingesetzt werden, und wenn ja, an welcher Stelle?
Partizipation kann kein Selbstzweck sein, sondern braucht konkrete Ziele, wie z.B. Barrieren zu durchbrechen, neue Zielgruppen ins Museum zu bringen oder andere Inhalte zu vermitteln. Beteiligung soll das Gegenüber ernst nehmen, einen Dialog auf Augenhöhe schaffen. Aber vor welche Herausforderungen stellt uns dieser Anspruch?
Sie sind herzlich eingeladen, in Vorträgen, Workshops und Diskussionen das Thema Partizipation im Museum
als Mit- und Selbstbestimmung im Museum kritisch zu betrachten. Es darf auch unbequem debattiert werden!

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Franziska Mucha (Frankfurt a.M.): Partizipative Museumsarbeit und ihre Konsequenzen im Historischen Museum Frankfurt
  • Rebecca Oberg (Halifax, UK): Small Voices, Big Ideas! (Workshop)
  • Dr. Thomas Renz (Hildesheim): Nicht-Besucher ins Museum!
  • Dr. Nora Wegner (Karlsruhe): Evaluation als Instrument der Besucherpartizipation

 

2006 definierte der Deutsche Museumsbund Standards für Museen. Deutschland folgte damit einer Entwicklung, die in anderen europäischen Ländern wie Großbritannien, den Niederlanden oder Österreich bereits eingeführt war. In einigen Bundesländern gibt es inzwischen Registrierungs- oder Zertifizierungsverfahren bzw. es werden Gütesiegel vergeben. In Baden-Württemberg gibt es keine definierten Qualitätsstandards, jedoch vergibt der Verband seit 2015 zusammen mit der Lotto-GmbH den Museumspreis Baden-Württemberg.

Nach einer ersten Diskussion der Thematik bei einer Tagung des Museumsverbandes in Esslingen im Jahr 2005 wollen wir die Diskussion über Qualitätsstandards in den Museen Baden-Württembergs erneut anstoßen. Inzwischen können wir auf 10 Jahre Erfahrungen in benachbarten Bundesländern, in Österreich und der Schweiz blicken. Was hat sich bewährt? Und was könnten die nächsten Schritte im Museumsland Baden-Württemberg sein?

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Anja Schaluschke (Berlin): Die Standards des Deutschen Museumsbundes
  • Andreas Braun (Stuttgart): Die Außensicht: Museen im Tourismusland Baden-Württemberg
  • Hans Lochmann (Hannover): Das Gütesiegelverfahren im Museumsverband Niedersachsen-Bremen e.V.
  • Priv.-Doz. Dr. Wolfgang Meighörner (Innsbruck): Das Österreichische Museumsgütesiegel
  • David Vuillaume (Zürich): Qualitätsstandards als Aufnahmevoraussetzung im Verband der Museen der Schweiz
  • Dr. Elke Heege (Einbeck): Vom Nutzen des Museumsgütesiegels

 

„Museen befinden sich in einem Wandel“ ist eine häufig zu hörende oder lesende Aussage. Der Allgemeinplatz erntet meist Zustimmung und selten Widerspruch, denn Museen sind seit ihrer Gründung stetigen Veränderungen unterworfen … und …
ein Ende ist nicht absehbar.
Nichtsdestotrotz scheint es einmal lohnenswert diesen Wandel in Bezug auf die Protagonisten im Museum, die Objekte, zu betrachten: Wie also gelangen archäologische Fundstücke in Museumssammlungen? Welche Motivationen und Zielsetzungen stecken dahinter und welche Parameter fördern oder behindern eine Aufnahme in den Sammlungsbestand? Welche Sammlungs-
objekte werden zu Exponaten und nach welchen Kriterien wird diese Auswahl vollzogen? Und schließlich: Wie und zu welchem Zweck werden sie präsentiert? Sind sie die Attraktion oder nur Beiwerk? Dienen archäologische Exponate tatsächlich einer Veranschaulichung und Wissensvermittlung oder steckt noch etwas Anderes dahinter? Inwieweit erfolgt ihre Präsentation aus Prestigegründen, zu kommerziellen oder propagandistischen Zwecken? Wie viel Zeitgeist wird den Objekten auferlegt und welche Bilder werden (bewusst oder unbewusst) mit den Exponaten erzeugt? Welche Filterprozesse finden also in unseren Museen statt und wie verzerren diese unser Bild von der Vergangenheit

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Clemens Lichter (Karlsruhe): Von A nach B: Archäologische Funde zwischen Antiquaren und Bildungsstätten
  • Prof. Dr. Gunter Schöbel ( Unteruhldingen):
    Das regionale und das zentrale Prinzip im Südwesten – Zur Bedeutung archäologischer Funde während der Weimarer Republik und im Nationalsozialismus
  • Dr. Christina Jacob (Heilbronn):
    „Zum Anfassen – und doch geschützt“. Ausstellungen im Wandel in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts
  • Birger Hass (Tübingen):
    Wie ein „toter“ Gegenstand den Unterricht verlebendigt! Chancen und Möglichkeiten der Ur- und Frühgeschichte im gymnasialen Schulunterricht
  • Dr. Clemens Lichter (Karlsruhe): Von Jägern und Sammlern – oder: Das kleine Spiel (Öffentlicher Abendvortrag)

 

Zum Schuljahr 2014/15 beginnt in vielen Kommunen Baden-Württembergs die Einführung der Ganztagsgrundschule, die seit Juli 2014 im Schulgesetz verankert ist. Gleichzeitig sollen ab dem Schuljahr 2016/17 die neuen Bildungspläne eingeführt werden, mit denen neue Fächerverbünde entstehen, aber auch viele museumsrelevante Themen wie die Ur- und Frühgeschichte wegfallen. Sowohl die Einführung der Ganztagesgrundschule als auch die neuen Bildungspläne werden das bisher eingespielte Miteinander von Schule und Museum grundlegend verändern.

Gemeinsam wollen der Museumsverband Baden- Württemberg und der Verein für Museumspädagogik Baden-Württemberg die Perspektiven diskutieren, die sich aus der veränderten Schullandschaft für die Museen und ihre Arbeit mit und für Schulen ergeben. Ziel der Tagung ist es, fundierte Informationen über die neuen Entwicklungen zu geben und erste Praxisbeispiele zu präsentieren. Darüber hinaus soll die Tagung Ausgangspunkt sein für die Schaffung einer Arbeitsstruktur, die den Museen hilft, Platz und Rolle in der sich verändernden Schullandschaft zu definieren.

Kooperationspartner: Verein für Museumspädagogik Baden-Württemberg e.V.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Carsten Rabe (Stuttgart): Das neue Ganztagsschulkonzept in Baden-Württemberg – Wege zur Kooperation mit Schulen
  • Dr. Sarah Hoke (Karlsruhe): Für alle immer ein Gewinn? Über Erfahrungen, Chancen und Schwierigkeiten bei Kooperationsprojekten
  • Ermelinde Wudy (Aalen): Museumspädagogik in archäologischen Museen im Rahmen der neuen Bildungspläne

 

Baden-Württemberg verfügt wie kaum ein anderes Bundesland über eine Vielzahl von Museen in kommunaler Trägerschaft.
Sie alle bewahren und erforschen das kulturelle Erbe von Regionen und Städten im Südwesten – von der Stadtgeschichte über
die Naturkunde bis zur Bildenden Kunst. Kommunale Museen sind darüber hin­aus wichtige Orte der Begegnung und Generationen übergreifende Bildungsinstitu­tionen. Sie erzählen von unverwechselbaren Identifikationsfaktoren ihres jeweiligen Umfelds.

Kommunale Museen arbeiten unter spezifischen, aus der Trägerschaft sich ergeben­den Bedingungen, die im Rahmen der Tagung in den Blick genommen werden sol­len. Sie sind abhängig von allgemeinen Tendenzen der Stadtentwicklung und werden in Krisenzeiten auch mal schnell in Frage gestellt. Von ihren Grundaufgaben her denken sie in langfristigen Kategorien. Dennoch sind sie angewiesen auf jährlich neu politisch festgelegte Haushalte. Gegenüber Museen in Landesbesitz oder in privaten Händen sind sie oft schlechter ausgestattet.

Die Tagung nimmt eine Standortbestimmung von kommunalen Museen innerhalb sich verändernder gesellschafts- wie wirtschaftspolitischer Bedingungen vor. Der Blick geht dabei auch über die Grenzen Baden-Württembergs hinaus. Im Gespräch mit Vertretern politischer wie kommunaler Gremien soll ausgelotet werden, wie eine langfristige Sicherung kommunaler Museen als Kultur- und Bildungsträger aussehen kann.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Ing. Bernd Fahle / Dr. Michael Hütt (Freiburg / Villingen-Schwenningen): Kultur für die Zukunft der Innenstädte
  • Stephanie Steichen / Markus Günther (Karlsruhe): Prüfung, Beratung, Selbstverwaltungsgarantie und Partnerschaft: Aufgaben und Leistungen der Gemeindeprüfungsanstalt im Allgemeinen und bei kommunalen Kultureinrichtungen
  • Dr. Patrick S. Föhl (Berlin): Die Renaissance der Kulturentwicklungsplanung - Chance oder Risiko für die kommunale und regionale Museumsarbeit?
  • Dr. Axel Burkarth (Stuttgart): Zahlen, Daten, Fakten. Zur Situation kommunaler Museen
  • Dr. Urs Diederichs (Wuppertal / Remscheid):
    Pleitegeier und andere schräge Vögel. Strategien und Überlegungen, wie man eine Museumsschließung abwenden kann.
    Ein Fallbeispiel aus Nordrhein-Westfalen
  • Dr. Susanne Köstering (Potsdam): 'Überlebter Strukturwandel' als Innovationsschub? Die brandenburgische Museumslandschaft im Umbruch

 

Der Museumsverband Baden-Württemberg und der Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler haben sich zusammen-
getan. „Kultur-Konzil“ heißt die gemeinsame Tagung, die im Zeitraum der Konstanzer-Konzil-Ausstellung 2014 stattfindet.
Es geht um die Vielfalt, um das Interdisziplinäre im Kulturbereich, um das immer weiter wachsende Ineinandergreifen bislang ungewohnter Disziplinen.
Die Museumsszene, wie auch Archäologie oder Kunstgeschichte, sind zum einen selbst äußerst vielfältig geworden, zum anderen wird mit verschiedensten anderen Disziplinen von spezialisierten Naturwissenschaften (Mumie im CT-Scanner) bis hin zu Film-
kunst und Theater kooperiert. Deshalb haben wir vor, mit dieser Tagung das Bewusstsein für diese Breite und die damit ent-
stehenden Qualitäten zu wecken. Interdisziplinäres Erarbeiten von Inhalten wird zukünftig für uns auch auf ganz pragmatischen Feldern immer wichtiger, weil sich verstärkt die Rahmenbedingungen unserer Arbeit ändern. Der Museumsbetrieb beispielsweise ist mehr und mehr auf die Kooperation mit Öffentlichkeitsarbeitern, mit Pädagogen, mit Betriebswirtschaftlern, Informatikern und Fundraisern angewiesen. Die Kunst hat längst die Grenzen der Bilderrahmen und Sockel überwunden und ein Kunstmuseum braucht Restauratoren mit Elektronik- und Informatikkenntnissen. Die Archäologie forscht an bisher undenkbaren Fragen.
In dieser Vielfalt liegen die Zukunftschancen.

Kooperationspartner: Bundesverband freiberuflicher Kulturwissenschaftler e.V.

Tagungsprogramm

 

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Prof. Dr. Alfried Wieczorek (Mannheim): Naturwissenschaft trifft auf Kunstobjekt. Naturwissenschaftliche Anwendungen im Dienst von Kunst und kulturellem Erbe
  • Monika Küble (Konstanz): Popularisierung von Geschichte. Der Krimi zum Konzil
  • Dr. Petra Schneidewind (Ludwigsburg): Betriebswirtschaftlichen Service nutzen. Mit Information und Transparenz künstlerische und kulturelle Zielerreichungen fördern
  • Prof. Dr. Annette Schneider (Heidelberg): Was ist in mir? Körperkonzepte im Altersverlauf bei Kindern

 

Viele Jahre haben Museen das Thema Depot vernachlässigt. Selbst in großen Häusern sind oftmals die Bedingungen in konservatorischer Hinsicht nicht optimal und beengte Verhältnisse verhindern die Erschließung der Bestände des Museums.
In vielen Häusern werden Ausstellungsräume zu Depots umfunktioniert oder nicht geeignete Räumlichkeiten angemietet.
Da Depots kaum in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, finden Neubauprojekte in diesem Bereich auch nicht die Aufmerksamkeit der Politik. Neue Schausammlungen lassen sich öffentlichkeitswirksam eröffnen, Depots in der Regel nicht.
Dabei sind funktionierende Depots das Rückgrat der Museumsarbeit. Nur in einem guten Depot lässt sich mit der Sammlung arbeiten und können die Objekte auch für zukünftige Generationen bewahrt werden. In den letzten Jahren haben deswegen zahlreiche Museen neue Depots geplant und realisiert, so beispielsweise das Stadtmuseum München oder die Städtischen Museen Freiburg. Anderenorts ist man über die Konzeption nicht hinausgekommen, weil die Politik die notwendigen Mittel verweigert hat. Aber wie sieht das optimale Depot aus und wie lässt es sich politisch durchsetzen?
Bei der Tagung in Freiburg sollen hierauf Antworten gegeben werden. Auch lässt sich die Frage stellen, inwiefern ein gut funktionierendes Depot zukünftig die Museumsarbeit verändert, ob es nicht gerade zum eigentlichen
Kern des Museums werden muss und Schließungsdebatten verhindern kann. Depots werden zur existentiellen Frage für das Überleben der Sammlungen und damit des Museums überhaupt.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Martin Hoernes (Berlin): Nationaler Notstand in den Depots? Engagement der deutschen Förderer und Stiftungen
  • Roland Meder (Freiburg i.Br.): Kulturpolitische Entscheidungsprozesse: Zentrales Kunstdepot Freiburg ein kommunales Praxisbeispiel
  • Dipl.-Rest. Andreas Weißer (Freiburg i.Br.): Form und Funktion. Planung eines Depots
  • Dr. Jörg Heiligmann (Konstanz): Das zentrale archäologische Fundarchiv in Rastatt. Chancen und Risiken
  • Dipl.-Rest. Anja Alt (Freiburg i.Br.): Umzug in das Depot. Ein Erfahrungsbericht

 

Medien prägen heute unseren Alltag und wir sind es gewohnt mit Internet, Smartphone und Notebook umzugehen.
Diese alltägliche Selbstverständlichkeit moderner Medien macht auch vor Museumstüren nicht Halt. So prägen heute schon interaktive, audiovisuelle oder digitale Stationen und Anwendungen viele Ausstellungen und dienen als Vermittler von musealen Inhalten.
Dabei werden diese Medien teilweise selbst schon Teil der Ausstellung. Immer wieder steht dabei zur Diskussion, wie wir uns im musealen Alltag diesen nun nicht mehr ganz neuen Herausforderungen stellen, welche Erwartungen der Besucher erfüllt werden können oder müssen und ob der Einsatz von Technik Selbstzweck ist oder der Vermittlungsaufgabe eines Museums dient.
Jenseits des bekannten Für und Wider fragt die Frühjahrstagung des Museumsverbandes Baden-Württemberg, weshalb uns die Medien eigentlich so faszinieren und wie mediale Vermittlungswege im Museum in Gegenwart und Zukunft aussehen können.
Die Tagung wird deshalb in Kooperation mit dem Verein für Museumspädagogik Baden-Württemberg veranstaltet. Gemeinsam möchten wir die Optionen des Einsatzes technischer und interaktiver Medien beleuchten. Anhand von verschiedensten Beispielen aus der Praxis soll gezeigt werden, welche Möglichkeiten, aber auch welche Schwierigkeiten mit den modernen Präsentations-
formen verbunden sind. Dabei geht es um Medien innerhalb und außerhalb der Museumsmauern, denn inzwischen können museale Inhalte über viele Kanäle vermittelt werden und die Grenzen von Vermittlungsarbeit und Marketing verschwimmen.
Gastgeber der Frühjahrstagung ist die Stadt Sulz am Neckar, die als Kommune im Neckar-Erlebnis-Tal Mitausrichter der Heimattage Baden-Württemberg 2013 ist.

Kooperationspartner: Verein für Museumspädagogik Baden-Württemberg e.V.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Prof. Dr. Werner Wirth (Zürich, CH): Warum uns mediale Präsentationen so faszinieren
  • Detlef Vögeli (Lenzburg, CH): Die Ausstellung als Medium am Beispiel der Ausstellungen des Stapferhauses
  • PD Dr. Gunter Schöbel (Unteruhldingen): Museum - Film - Museum eine mediale Kooperation am Beispiel der Pfahlbauten Unteruhldingen
  • Sybille Greisinger M.A. (München): Tweetups in Museen und Kultureinrichtungen - Hochkulturerfahrung im digitalen Zeitalter?
  • Prof. Jens Döring (Ulm): Digitale Exponate - Medien als neue Form von Museumsobjekten
  • Ellen Krähling (Berkeley, USA / Bietigheim-Bissingen): Digital Storytelling im Museum
  • Dr. Markus Speidel (Stuttgart): Das 'Weltkuhnturerbe'
  • Karin Kühling (Leipzig): Interaktives Inventar

 

Museen sehen sich im 21. Jahrhundert vielfältigen Herausforderungen gegenüber. Noch nie war ihr Stellenwert für Kultur und Gesellschaft so hoch wiederzeit. Sie werden heute geschätzt als außerschulischer Bildungsort, weicher Standortfaktor, Tourismusmagnet und nicht zuletzt als sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Daraus leiten sich hohe Erwartungen der Träger und des Publikums ab, die zu erfüllen für die Museumsverantwortlichen nicht immer leicht ist - auch und gerade weil die meisten Museen durch eine vorhandene, oft altertümliche und daher schwierig zu bewirtschaftende Bausubstanz und zumeist geringe finanzielle Mittel eingeschränkt sind. Der Besucher von heute möchte aktiv beteiligt und persönlich ins Geschehen einbezogen werden. Dazu braucht es aufregende Erlebnisräume, aber auch solche der Ruhe oder des geselligen Austauschs. Dem Besucherwunsch nach Erlebniswerten entspricht das Verlangen nach Information, Rasten oder einer Kaffeepause. Für ein attraktives Besucherangebot bedarf es mithin einer zeitgemäßen Gestaltung und ausstellungstechnischen Ausstattung der Schauräume. Eine unabweisbare Forderung stellt der barrierefreie Zugang für alle gesellschaftlichen Gruppen nicht nur ins Gebäude, sondern auch die spezielle Erschließung von Ausstellungsangeboten dar. Die aktuellen Vorgaben zur Energieeinsparung bedürfen bauseitiger und betrieblicher Maßnahmen, die sich in alten Gemäuern viel schwieriger umsetzen lassen als in modernen Strukturen.
Die Tagung möchte Informationen und Anregungen für ein zeitgemäßes Museumswesen und die daraus folgenden aktuellen Herausforderungen geben. Dabei wird Museumsarchitektur genauso ein Thema sein wie Barrierefreiheit, Umwelt- und Klimatechnik bis hin zu Gästeservice, Besucherpartizipation, Foyerund Zirkulationsbereiche. Durch 'Best Practice'- Beispiele soll sichergestellt werden, dass die Teilnehmer nicht nur Anstöße erhalten, sondern vieles auch in der Praxis umsetzen können.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Thomas Herzig (Mannheim): Barrierefreiheit Bestandsuntersuchung am Beispiel des TECHNOSEUM Mannheim  
  • Tanja Karrer-Feldkamp M.A. (Stuttgart): Besucherfreundliche Ausstellungen. Barrierefreie Zugangs- und Vermittlungsebenen für Viele am Beispiel des Landesmuseums Württemberg
  • Dr. Nicole Fritz / Dirk Bastin (Ravensburg): Heute schon für morgen Handeln Innovation und Tradition im neuen Kunstmuseum Ravensburg
  • Susanne Hinzen (Bad Waldsee): Wegeführung im Erwin Hymer Museum Bad Waldsee

 

" Was du ererbt von deinen
Vätern hast,
erwirb es, um es zu besitzen.
Was man nicht nützt, ist eine
schwere Last.
Nur was der Augenblick
erschafft, das kann er nützen."
(J.W. von Goethe, Faust I)

Nehmen wir einmal an, wir dürften Goethe so interpretieren, dass er mit besitzen auch bewahren meinte – was uns Museums-
leuten ja schwer am Herzen liegt – so gilt seine Aufforderung auch für uns, dies Erbe zu nützen. Es gibt Objekte mit Welt-Kulturerbe-Rang, solche von deutschlandweiter Bedeutung, baden-württembergische Highlights und Werke von ganz besonderer lokaler Wichtigkeit. Doch wer bestimmt? Wer bewahrt? Und nützen wir unser Erbe? Was geschieht außerhalb der Museumswelt? Wie verändert sich der Blick auf die Dinge, wenn sie tatsächlich Welt-Kulturerbe werden? Wie kann der schwäbische Dialekt bewahrt werden? Hilft es zu dokumentieren? Ist es richtig, alles allen zugänglich zu machen? Bietet das Internet neue Möglichkeiten die Dinge zu nützen?
Mit diesen Fragen, die sich Museumsleuten in der einen oder anderen abgewandelten Form bei jeder Übernahme eines Museumsobjektes stellen, will sich die Tagung den Grundfragen der Bewahrungsaufgabe anhand ausgewählter, auch museumsferner Beispiele widmen.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Prof. Dr. Eva-Maria Seng (Paderborn): Materielles und Immaterielles Kulturerbe global, regional, glokal?
  • Prof. Dr. Hubert Klausmann / Rebekka Bürkle M.A. (Tübingen):
    Dialekt als Kulturerbe - Das Projekt "Sprachalltag in Nord-Baden-Württemberg"
  • Prof. Dr. Michael Goer (Esslingen a.N.): Denkmalwert und Denkmalumgang
  • Dr. Christof Flügel (München):  Das UNESCO-Welterbe Obergermanischer-Raetischer Limes
    (in: Acta Carnuntina - Mitteilungen der Gesellschaft der Freunde Carnuntum 2/2012, S. 3847.)
  • Prof. Dr. Sabine Holtz (Stuttgart): Landesarchiv Baden-Württemberg LEO-BW. Das landeskundliche Informationssystem
  • Dr. Stefan Rohde-Enslin (Berlin):
    Kulturerbeobjekte in der digitalen Welt sichtbar machen die Praxis. Das Beispiel museum-digital

 

Universität und Museum stehen traditionell in einem spannungsreichen Verhältnis zwischenTheorie und Praxis. In den letzten Jahrzehnten droht jedoch der Dialog abzureißen. Traditionelle Ausbildungswege mit Fachstudium und Volontariat verlieren an Bedeutung, neue Studiengängenach angelsächsischem Modell werden entwickelt, aber oftmals fehlt die Akzeptanz. Gleichzeitig entdecken die Universitäten ihre historischen Sammlungsbestände und sind unsicher, wie zukünftig damit umgegangen werden soll. In diesem Spannungsbogen bewegt sich die Herbsttagung des baden-württembergischen Museumsverbandes und versucht Perspektiven zu entwickeln.Die Ausbildungswege für die zukünftigen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen werden immer unklarer und unübersichtlicher. Neue Studiengänge entstehen an Fachhochschulen und Universitäten, jedoch fehlen Richtlinien. Wohin soll die Entwicklung zukünftig gehen? Die Situation der wissenschaftlichen VolontärInnen an den Museen hat sich grundsätzlich verändert. Der Anteil der Volontariate an kleineren meist kommunalen Museen ist stark gestiegen. Dabei fehlen vor Ort Infrastruktur und Arbeitskapazitäten, um eine fundierte Ausbildung der VolontärInnen zu ermöglichen. An Museen beschäftigte WissenschaftlerInnen decken ein stark erweitertes Aufgabengebiet ab bei in der Regel gekürztem Personalbestand. Sowohl fachwissenschaftliche Forschungen an den Museumsthemen und -objekten selbst als auch Erarbeitungen und Erprobungen neuer, den veränderten gesellschaftlichen Bedürfnissen Rechnung tragender Museumskonzeptionen lassen sich unter diesen Umständen nicht mehr durchführen. Die Tagung möchte die aktuelle Situation aufarbeiten, ein Forum schaffen für Beispiele erfolgreichen Gegensteuerns und helfen, den Dialog von Theorie und Praxis zu intensivieren.

Kooperationspartner: Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft der Eberhard Karls-Universität Tübingen

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Michael Hütt (Villingen-Schwenningen): Museumsakademie. Die Institutionalisierung des Dialogs von Theorie und Praxis
  • Dr. Tilmann von Stockhausen (Freiburg i. Brsg.): Museum Studies. Plädoyer für einen Aufbaustudiengang als duales System
  • Gottfried Fliedl (Graz): Im Museum arbeiten: Beruf ohne Ausbildung, Ausbildung ohne Beruf
  • Prof. Dr. Bernhard Tschofen (Tübingen):
    Wissen & Museum - oder auch: Theorie mit Praxis, Promotion plus Volontariat - Erfahrungen aus einem museumswissenschaftlichen Pilotprojekt
  • Dr. Anita Auer / Prof. Dr. Gudrun M. König (Villingen-Schwenningen / Dortmund):
    Die Initiative 'Forschung an Museen' der VolkswagenStiftung: Vorstellung des Förderprojekts "Das Unsichtbare und das Sichtbare." Zur musealen Herstellung von Region am Beispiel der Schwarzwald-Sammlung von Oskar Spiegelhalder
  • Prof. Dr. Ernst Pernicka (Mannheim / Tübingen):
    Naturwissenschaftliche Forschung in einem Museumsverbund. Das Curt-Engelhorn-Zentrum Archäometrie in Mannheim
  • Prof. Dr. Ralf von den Hoff (Freiburg i.Brsg.): Abgusssammlung als museologisches Experimentierfeld
  • Dr. Johannes Graf (Furtwangen): Zeit für die Forschung. Das Deutsche Uhrenmuseum als Teil der Hochschule Furtwangen

 

Wie finanziere ich die nächste Ausstellung? – eine Frage, die sich Verantwortliche in den Museen immer öfter stellen. Kostensteigerungen und Etatkürzungen bedeuten für viele Einrichtungen eine Einschränkung ihrer Handlungsmöglichkeit.
Die zur Verfügung stehenden Mittel reichen oft nicht aus, um geplante Ausstellungsprojekte zu verwirklichen. Ein Ausweg ist die Beschaffung von Projektmitteln, Sponsorengeldern oder so genannten Drittmitteln. Doch der Weg zu Stiftungsgeldern und Spenden aus der Wirtschaft ist vielfach undurchschaubar, oft gibt es keine Regeln, oder die umfangreichen Anmeldeformalitäten schrecken ab. Mit der Frühjahrstagung möchte der Museumsverband mehr Transparenz in den Förderdschungel bringen und neue Fördermöglichkeiten aufzeigen. Zu Beginn informierte ein Seminar über das Kulturprogramm der Europäischen Union - angesichts vieler europäischer Partnerstädte der Kommunen in Baden-Württemberg vielleicht ein neuer Weg zur Finanzierung von Museumsprojekten. Auch Fragen, inwieweit Stiftungen Aus-stellungen fördern, und wie man überhaupt auf Stiftungen zugeht, sind Gegenstand von Fachvorträgen. In einem weiteren Abschnitt berichten Museumsmitarbeiter, welche Erfahrungen sie mit der Förderung durch Sponsoren, durch Industrie-unternehmen oder durch Freundeskreise gemacht haben.
In einer Abschlussdiskussion wird gefragt, wie diese Erfahrungen für andere Museen genutzt werden können.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Christine Bornemann (Bonn): EU-Haushalt ab 2014 starker Aufwind für den Kultursektor?
    (in: Kulturpolitische Mitteilungen • Nr. 131 • IV/2010 • S. 20-21)
  • Birgit Pfitzenmaier (Stuttgart): Förderung von Kunst- und Kulturprojekten durch die Baden-Württemberg-Stiftung
  • Frank Brunecker (Biberach): Ausstellungsförderung durch örtliche Wirtschaftsunternehmen
  • Dr. Helga Gutbrod (Neu-Ulm): Freunde? Förderer? Was ein Freundeskreis für ein Museum bewirken kann

 

Die Herbsttagung 2010 des Museumsverbandes beschäftigte sich mit 'Rechtsfragen im Museumsalltag'. Die Verrechtlichung aller Lebensbereiche macht auch vor den Museen nicht Halt, und so reichte das breite Themenspektrum von Versicherungsfragen, arbeitsrechtlichen Regelungen für unterschiedliche Beschäftigungsverhältnisse, Urheber- und Bildrechten, juristischen Fragen bei der Privatisierung von Dienstleistungen im Museum oder Spenden, Dauerleihgaben, Schenkungen, Stiftungen und Vermächtnissen bis hin zu aktuellen Regelungen im Umgang mit der Künstlersozialkasse.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Jan Merk / Martina Meyr M.A. (Müllheim / Rottweil): Einführung in das Tagungsthema
  • RA Dr. iur. A. Götz von Olenhusen (Freiburg i. Br): Arbeitsrecht im Museum das 'Problem' mit den freien Mitarbeitern
  • Fred Janssen (Wilhelmshaven): Künstlersozialversicherung und Künstlersozialabgabe
  • Veronika Sester (Freiburg i.Br.): Kaffee, Kuchen, Viertele - Bewirtung und Veranstaltungen im Museum 
  • Dr. Brigitte Reinhardt (Ulm): Zwischen Kunstdruck und Kommerz Privatisierung von Museumsshops
  • Dr. Dirk Seichter (Stuttgart): Immaterialgüterrecht im Museum Markenschutz, Copyright, Internet

 

Museumsarbeit wird mehr und mehr vom digitalen Zeitalter geprägt. EDV und Internet bieten neue Möglichkeiten in großer Vielfalt an. Die Frühjahrstagung 2010 des Museumsverbandes Baden-Württemberg suchte Wege durch diese Verlockungen. Der Freitag war den neuen Möglichkeiten der Publikation von Inventardaten im Internet gewidmet, am Samstag klärten Erfahrungsberichte aus unterschiedlichen Museumstypen und Sammlungsdisziplinen die wichtigen Fragen zur digitalen Inventarisierung. Daneben bestand auf einer kleinen Tagungsmesse die Möglichkeit der individuellen Beratung durch verschiedene Programmanbieter.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Frank Lang M.A. (Stuttgart): Einführung in das Tagungsthema 
  • Thilo Martini M.A. (Köln): Inventardaten und Sammlungsbestände im Internet Einblicke und Ausblicke  
  • Dr. Werner Schweibenz / Dr. Jörn Sieglerschmidt (Konstanz): Neue Entwicklungen bei BAM, Deutscher Digitaler Bibliothek und Europeana 
  • Dr. Stefan Rohde-Enslin (Berlin): Museum digital Sachsen-Anhalt. "Klein anfangen, stetig aufbauen ist die Devise!"  
  • Dr. Axel Burkarth / Frank Lang M.A. (Stuttgart): Kultur- und Naturerbe Baden-Württemberg digital
  • Karin Kühling (Leipzig): "Objekteingang ein Nadelöhr mit Hindernissen?" Sammlungsordnung mit kontrolliertem Vokabular 
  • Kurt Sartorius (Bönnigheim), Erfahrungsbericht Schwäbisches Schnapsmuseum Bönnigheim  
  • Harriet Müller (Stuttgart): Erfahrungsbericht Stadtmuseum Stuttgart
  • Dr. Eva-Marina Froitzheim (Böblingen): Erfahrungsbericht Städtische Galerie Böblingen

 

„Im Museum ist jeder Besucher ein Tourist.“ In zunehmendem Maße suchen die Menschen im Museum „fremde Welten“ und weniger „Heimat“, „Herkunft“ und „Identität“, die vielleicht eher Schlagworte museumspolitischer Sonntagsreden sind. Denn was wäre „Herkunft“ bei der Steinzeit, „Identität“ mit dem römischen Soldatenleben oder „Heimat“ bei der Kunst des „Blauen Reiter“. Kunstmuseen folgen ohnedies eigenen Regeln.

Museen für den Touristen funktionieren anders als unsere Museen für die eigene Bevölkerung, wie man in Museen in Tourismusländern, Griechenland oder Ägypten, in Rom, Florenz, Athen, Kairo oder Tunis studieren kann. Überraschende These: Touristenmuseen besitzen eine höhere „Stabilitas“ als andere Museen, sind weniger oder kaum auf Sonderausstellungen angewiesen, müssen aber ihre Stücke bzw. die wichtigsten möglichst garantiert ausgestellt haben – am besten immer am gleichen Platz, um durch Reiseführer leicht auffindbar zu sein. Dafür wird ihnen eine Tendenz zur „Reduktion der Komplexität“
(N. Luhmann) nachgesagt, um – angeblich – den Highlight-Konsum leicht fasslich und schnell absolvierbar zu machen.
Ein Vorurteil?

„Wir Deutschen müssen mehr lernen, unser Land mit den Augen der Anderen zu sehen“, hat ein aktiver Außenpolitiker jüngst gesagt. Schon jetzt stehen auch deutsche Museen und museale Denkmäler in Tourismus-Hochburgen wie Rothenburg o. d. T. (Kriminalmuseum), Heidelberg (Schloss) oder Neuschwanstein vor der Aufgabe, zahlreiche ausländische, auch asiatische und arabische Reisegruppen zu bedienen, ohne dass darüber bislang museologisch besonders reflektiert wurde und professionelle Überlegungen angestellt worden sind. Folgt man den Thesen von Bazon Brock, wird „Old Europe“ in 30 oder 50 Jahren aber weitgehend ein Museums- bzw. Themenpark vergangener „abendländischer Kultur“ für nichteuropäische Besucher und Reisegruppen aus den Weltwirtschaftszentren Asiens oder Amerikas sein, so dass wir rechtzeitig beginnen sollten, uns dafür zu rüsten. Bringt dabei „das touristische Auge“ neue Betrachtungsweisen und Anforderungen an die Museen und unser Kulturgut, öffnen sich neue Perspektiven, wenn wir selbst, oft genug selber „Tourist“ in Museen im Ausland, uns zunehmend für unsere eigenen Museen in unserer Arbeit den „touristischen Blick“ zu eigen machen? Perspektiven, die durch „Fremdheitserfahrung“
und -vermittlung interkulturell neue Brücken schlagen können?

(Text: Harald Siebenmorgen)

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Prof. Dr. Harald Siebenmorgen (Karlsruhe): Im Museum ist jeder Besucher Tourist Einführung in das Tagungsthema
  • Rainer Laubig (Stuttgart): Fremde oder Freude? Anmerkungen zum Verhältnis von Museen und Tourismus
  • Prof. Dr. Hans-Joachim Klein und Nora Wegner (Karlsbad / Fellbach): Empirische Aussagen zum Thema Museen und Tourismus
  • Prof. Dr. Frieder Hepp (Heidelberg): Millionen Touristen in Heidelberg und die Museen?
  • Dr. Kirsten Fast (Esslingen): Touristen und Museen brauchen sie einander?
  • Klaus-Dieter Rohlfs (Karlsruhe): Der Oberrheinische Museumspass als Mittel des Museumstourismus
  • Dr. Tilmann von Stockhausen (Freiburg i. Br.): Freiburgs Museen und die Touristen
  • Margit Langer (Gutach): Massen in Maßen - Freilichtmuseen im Spannungsfeld zwischen Massenmedium und Kulturtourismus
  • Prof. Eduard C. Saluz (Furtwangen): Wohin zum Kuckuck? Das Deutsche Uhrenmuseum als Touristisches Highlight und als Fachsammlung

 

Die Tagung diente der Standortbestimmung sowie der Öffnung für neue Perspektiven und Herausforderungen in
Baden-Württemberg. Der nächsten Krise trotzend zeigen die Museen in Baden-Württemberg, was sie haben und was sie brauchen, was sie sind und wie sie werden wollen.

Freitag, 3. April 2009

Block 1: Statements

  • Jutta Ulmer-Straub (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg): Museumsförderung des Landes Baden-Württemberg
  • Dr. Axel Burkarth (Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg): Museumslandschaft Baden-Württemberg
    Ein Blick durchs Weitwinkelobjektiv
  • Sabine Schirra (AG Kulturämter des Städtetages Baden-Württemberg, Kulturamt Stadt Mannheim): Leuchtturm oder Mauerblümchen? Anmerkungen zum Stellenwert von Museen
  • Dr. Michael Hütt (Museumsverband Baden-Württemberg e.V.): Finanzen, Qualitäten, Identitäten Drei Impulse zur Diskussion

Block 2: Podiumsdiskussion

  • Jutta Ulmer-Straub, Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
  • Dr. Susanne Eisenmann, Kulturbürgermeisterin der Stadt Stuttgart
  • Sabine Schirra, AG Kulturämter des Städtetages Baden-Württemberg / Kulturamt der Stadt Mannheim
  • Prof. Dr. Bernhard Tschofen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen
  • Bettina Scheeder, Museumsverbandes Rheinland-Pfalz e.V.
  • Dr. Michael Henker, Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern
  • Dr. Axel Burkarth, Landesstelle für Museumsbetreuung Baden-Württemberg
  • Dr. Michael Hütt, Museumsverbandes Baden-Württemberg e.V.

Samstag, 4. April 2009

Block 3: Ausgewählte Museumsprojekte I

  • PD Dr. Ernst Seidl (Tübingen): Nur MUT: Konzept, Pläne und Probleme des Museums der Universität Tübingen
  • Anke Bächtiger M.A. (Reutlingen): Industriemuseum Reutlingen – Die Vielfalt einer lokalen Industriegeschichte
  • Peter Riek (Eppingen): Sieben auf einen Streich - Das Eppinger Museum und seine Dependancen
  • Michael Schödel M.A. (Reutlingen/Deckenpfronn): Heiß-Kalt-Museum in der Pfarrscheuer
  • Frank Lang M.A. (Vaihingen/Enz) und Wolfgang Dürr (Metzingen-Glems): Einzigartig: Das Obstbaumuseum Metzingen-Glems

Block 4: Ausgewählte Museumsprojekte II

  • Dr. Gerlinde Brandenburger-Eisele (Offenburg): Kunst im Fokus ihrer Medien Ein Ausstellungskonzept für die neue Städtische Galerie Offenburg
  • Stephan Zimmermann M.A. (AG Freilichtmuseen): Dorf unterm Hakenkreuz – Gemeinschaftsprojekt der 7 Freilichtmuseen von Baden-Württemberg
  • Hanne Grunert (Bisingen): Mut zur Erinnerung – Mut zur Verantwortung: Das Konzentrationslager in Bisingen und der Ölschieferabbau während des 2. Weltkrieges
  • Dorothea Brenner M.A. (Stuttgart/Pfullingen): Trachten sind mehr als nur pittoreske Farbtupfer in unserer Kulturlandschaft
  • Kerstin Hopfensitz M.A. (Stuttgart/Heubach): Einblicke in die verborgene Seele der Weiblichkeit – Das Miedermuseum Heubach

Im Rahmen der Tagung war der Besuch verschiedener Ausstellungen und Museumsführungen der Städtischen Museen Reutlingen möglich.

 

„Brandschutz perfekt, Museum tot“, diese Kurzformel eines Kollegen beschreibt drastisch die möglichen Konflikte, wenn Brandschutzsachverständige und Museumsmacher aufeinander treffen. Die Tagung in Villingen-Schwenningen hatte zum Ziel,
für mehr gegenseitiges Verständnis zu sorgen und möglichst konkrete und kreative Lösungsansätze aufzuzeigen.
Umfragen unter KollegInnen lassen an vielen Orten das gleiche Bild vermuten: Bei den vorgeschriebenen regelmäßigen Brandverhütungsschauen prallen die unterschiedlichen Sichtweisen des Museums auf der einen, der Feuerwehr und der Brandschutzsachverständigen auf der anderen Seite aufeinander. Muss der Feuerlöscher wirklich direkt neben dem kunstvollen inszenierten Hauptwerk hängen? Was nützt eine Sprinkleranlage, die im Brandfall die Exponate genauso zerstört wie der Brand selbst? Dabei wird spätestens durch den verheerenden Brand in der Weimarer Herzogin Anna Amalia Bibliothek niemand ernsthaft die zentrale Notwendigkeit geeigneter Brandschutzmaßnahmen bestreiten. Darüber hinaus sind die Anforderungen an den Brandschutz in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen.
Die Tagung wurde vom Museumsverband Baden-Württemberg in Kooperation mit dem Kreisfeuerwehrverband Schwarzwald-Baar veranstaltet. Im Dialog von Brandschutzexperten und Museumsverantwortlichen galt es, die Gräben zwischen der abstrakten Einsicht in die Notwendigkeit und den praktischen Hürden des Alltags zu überwinden.

Tagungsprogramm

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Martina Meyr M.A. (Mengen-Ennetach): Wenn der Ernstfall eintritt. Brand im Römermuseum Mengen-Ennetach
  • Dipl.-Rest. Christian Lindhorst M.A. (Berlin): Vor dem Brand ist nach dem Brand. Aspekte zur Einflussnahme auf Brandfolgeerscheinungen an Exponaten
  • Ralf Schneider (Stuttgart): Integration der Brandfrüherkennung in denkmalgeschützten Gebäuden
  • Dipl.-Ing. Erhard Arnhold (Weimar): Das Brandschutzkonzept für die Sanierung des Stammhauses der HAAB
  • Dipl.-Ing. (Architektur) Ulrike Roggenbuck-Azad (Stuttgart): Brandschutz aus Sicht der Denkmalpflege
  • Dr. Karl-Heinz Rueß (Göppingen): Brandschutzmaßnahmen und Museumsarbeit im denkmalgeschützten Haus
  • Dipl.-Ing. Heike Siefkes (Köln): Löschprävention und Löschmittel unter dem Aspekt der Vermeidung von Folgeschäden
  • Alfred Pölzl (Graz): Modernes Management historischer Bauten oder Sind die Konflikte zwischen Denkmal
    und Brandschutz lösbar?
  • Dr. Barbara Karwatzki und Guido Moeller (Reutlingen): Gerettet! Fluchtwege, Denkmalschutz und Museum
    Innovative Lösungen durch die Feuerwehr

 

Die stadt- und regionalgeschichtlichen Museen dokumentieren Geschichte und Kultur einer Region und ihrer Bewohner.
Doch wie verhält es sich mit Zuwanderern, die zeitweise oder auf Dauer in einer Gemeinde leben? Die Arbeiterbauern, die im
19. Jahrhundert vom Land in die Städte kommen; die Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem östlichen und südöstlichen Europa, die in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg zu „Neubürgern“ wurden; die Arbeiter, die man seit den späten 1950er Jahren aus Südeuropa und der Türkei angeworben hatte; die Spätaussiedler und Saisonarbeiter – sie alle haben unsere Städte und Dörfer geprägt und auch verändert. Die Museen müssen sich in Zukunft stärker mit der Tatsache auseinander setzen, dass Deutschland ein Ein- und Auswanderungsland ist und war. In Köln gibt es Planungen für ein deutsches Migrationsmuseum und in Berlin wird um das „Zentrum gegen Vertreibungen“ gerungen. Die Arbeitstagung suchte Lösungen und Strategien, wie das Thema Migration auch in regionalgeschichtlichen Museen berücksichtigt werden kann. Wie spiegelt sich die Zuwanderung der verschiedenen Gruppen in den Sammlungen, in den Präsentationen und in museumspädagogischen Programmen? Was bedeutet „Migration“ für die praktische Museumsarbeit vor Ort? Sind Zuwanderer auch eine Zielgruppe für die Museen? Können Heimatstuben von Vertriebenen in stadtgeschichtliche Museen integriert werden?

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Katrin Pieper (Berlin): Diaspora und Migration als neues Paradigma in Jüdischen Museen
  • Dr. Elisabeth Tietmeyer (Berlin):
    Wer gehört zur „eigenen” Gesellschaft? Vom Umgang mit „anderen“ Kulturen im Museum Europäischer Kulturen Berlin
  • Dr. Dagmar Kift (Dortmund):
    Migration und Industrie Zuwanderungsgeschichte im Westfälischen Industriemuseum Dortmund
  • Arnd Kolb M.A. (Stuttgart):
    „Zwischen Kommen und Gehen…und doch Finden“ Erlebnisbericht über die Suche nach Objekten zu einem Aspekt der Migrationsgeschichte
  • Dr. Caroline Gritschke/Dr. Anja Dauschek (Stuttgart):
    Der transkulturelle Blick Migration im Stadtmuseum des 21. Jahrhunderts am Beispiel Stuttgart 
  • Frank Lang M.A. (Stuttgart): Ich bin Schwenninger aber woher? Arbeitsmigranten einer Industriestadt

 

In zwei großen Museen zeigt das »Deutsche Literaturarchiv Marbach« (DLA) seine Bestände. Dabei versteht sich Marbach als Experimentierfeld für neue Ausstellungs- und Vermittlungsweisen von Literatur. So konfrontiert das im Juni 2006 eröffnete »Literaturmuseum der Moderne« seine Besucher mit Fragen nach der Sichtbarkeit von Literatur. Was zeigt die Literatur?
Wie zeigt sie es? Kann sie und vor allem soll sie selbst – überhaupt gezeigt werden? Solche theoretisch begründeten, auf ästhetische Distanz zielenden Formen der Vermittlung sind in der Praxis der Literaturausstellung die Ausnahme. Dagegen stehen Ausstellungen an den Geburts- und Wohnorten von Schriftstellerinnen und Schriftstellern, die deren Leben und Werk vorstellen bzw. literatur- oder kulturgeschichtlich einbetten. Allein in Baden-Württemberg gibt es mehr als 90, überwiegend in dieser Tradition stehende Einrichtungen. Und unter dem Dach der »Arbeitsgemeinschaft Literarischer Gesellschaften und Gedenkstätten« (ALG) haben sich 200 Einrichtungen zusammengeschlossen. Die vom DLA, der ALG und dem Museumsverband Baden-Württemberg e.V. ausgerichtete Tagung soll Einblick in verschiedene Arten der Literaturausstellung gewähren, kontroverse Ansätze diskutieren, Einzelprobleme erhellen und aktuelle Projekte vorstellen.

Tagungsprogramm

 

30. März 2007

  • Prof. Dr. Cornelia Ewigleben (Stuttgart): Sammeltradition und -konzeption im (kultur) historischen Museum
  • Prof. Dr. Gottfried Korff (Tübingen): Wie viel "Alltagskultur" sammeln wir - für uns und die Welt in 500 oder 5000 Jahren?
  • Christoph Blase (Karlsruhe): Labor für antiquierte Videosysteme: Erhaltungsprobleme bei hochtechnologischer Kunst der 60er bis 80er Jahre
  • Prof. Bazon Brock (Wuppertal): Musealisierung als Zivilisationsstrategie. Von 1800 bis zur Gegenwart (Abendvortrag)

31. März 2007

  • Dr. Thomas Kosche (Mannheim): Schrott oder Kulturschatz? Sammeln und Überliefern im Technikmuseum
  • Prof. Dr. habil. Dirk Krausse (Esslingen a.N.): Der Erhalt von Ausgrabungsgut "Alles, was im Boden steckt"
  • Prof. Dr. Robert Kretzschmar (Stuttgart): Kriterien des archivarischen Schriftgutsammelns
  • Dr. Manfred Verhaagh (Karlsruhe): Sammeln im Naturkundemuseum
  • Dr. Brigitte Baumstark (Karlsruhe): Der Künstlernachlass ante portas
  • Dr. Bernhard Oeschger (Staufen): Der Fotografennachlass ante portas

Die Tagung wurde von Prof. Peter Waibel (ZKM) und Prof. Dr. Harald Siebenmorgen (Badisches Landesmuseum) moderiert.
Neben den Tagungsvorträgen wurden verschiedene Führungen und eine Podiumsdiskussion angeboten.

 

Die Tagung beschäftigte sich mit Privatmuseen in Deutschland, also Museen die nicht von der öffentlichen Hand (Bund, Länder, Kommunen) getragen werden.
Am ersten Tagungstag gaben Dr. Christoph Graf Douglas und Dr. York Langenstein eine Einführung und einen Überblick über die Privatmuseen in Deutschland, während Prof. Dr. Carl-Heinz Heuer sich mit deren Finanzierung beschäftigte. Danach stelle Prof. Dr. H. G. Merz die grafische Konzeption des neuen Mercedes-Benz-Museums in Stuttgart vor. Der Tag wurde mit einem entsprechend Museumsrundgang abgeschlossen.

Am zweiten Tagungstag wurden verschiedene Privatmuseen vorgestellt u.a. Kunsthalle Emden (Emden), Museum Würth (Künzelsau / Schwäbisch-Hall), Sammlung Beyeler (Riehen/Schweiz), Vitra Design-Museum (Weil am Rhein), Schaulager (Basel) sowie das Auto und Technik-Museum (Sinsheim).

Die Tagung endete mit einer Podiumsdiskussion.

 

Neue Ideen und neue Chancen für ein intensiveres Beziehungsgeflechts zwischen „Schule und Museum“ rechneten sich die über 150 teilnehmenden Museumleute und Museumspädagogen dieser Tagung aus. Der neue Bildungsplan eröffnet bessere Möglichkeiten der Kooperation Schule - Museum. Neben der Ministerialrätin Christa Engemann vom Kultusministerium referierten der Hirnforscher Günther Haffelder aus Stuttgart, die Museumspädagogin Regina Ille-Kopp aus Bietigheim und zahlreiche weitere Referenten aus der ganzen Bundesrepublik über ihre aktuellsten Projekte.
Auf einem „Marktplatz der Kooperationsideen“, einem Ausstellungsparcours für Projektideen, wurden am Rande der Tagung positive Beispiele vorgestellt.

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Christa Engemann (Stuttgart): Der neue Bildungsplan und der neue Orientierungsplan – neue Chancen für die Kooperation Schule/Museum und Kindergarten/Museum
  • Günther Haffelder (Stuttgart): Museumspädagogik im Licht der aktuellen Gehirnforschung. Außerschulische Lernorte als Wirkungsfelder der Neurogenese
  • Frank Lang M.A. (Stuttgart): Klassenzimmer im Museum (Projektvorstellung)
  • Regina Ille-Kopp (Bietigheim-Bissingen): Die neuen Chancen nutzen – Die Sicht der Museumspädagogik auf den neuen Bildungsplan
  • Dr. Gabriele König (Fulda): Kinder + Museum (Projektvorstellung)
  • Doris Hefner (München): Die Islam-Experten München. Kinder machen Radio und mehr. Ein Beitrag zu schule@museum (Projektvorstellung)
  • Dr. Kai Budde (Mannheim): Einstein Begreifen – eine interaktive Ausstelllung. Erfahrungen mit neuen Wegen der Vermittlung (Projektvorstellung)
  • Antje Kaysers (Karlsruhe): Bienvenue und herzlich willkommen: Sprachen lernen im Badischen Landesmuseum Karlsruhe (Projektvorstellung)

 

Leitfaden der Tagung war der zukunftsweisende Blick in die Museumsgeschichte. Dies aus der Überzeugung heraus, dass die Orientierung an den historischen Wurzeln den kommunalen Museen die besten Zukunftsaussichten eröffnet.
Das Hauptaugenmerk gilt dabei den zutiefst „bürgerlichen“ Charakteristika der kommunalen Museen, die diesen ihren spezifischen Charakter verleihen und die ihre langfristigen kulturellen Aufgaben definieren. Das Spektrum, das die Tagung auszuleuchten versuchte, reicht von den verschiedenen Gründungsphasen des 19. Jahrhunderts im Zuge der Gewerbeausstellungen und der Spendenaufrufe an die Bürgerschaft bis zu den Bürgerinitiativen der 1980er Jahren und der hochaktuellen Familienorientierung.
Die Tagung wurde auf Anregung des Arbeitskreises oberrheinischer Museen und Archive von Verena Alborino, Evelyn Flögel, Michael Hütt, Gisela Lixfeld und Jan Merk konzipiert. Sie diente auch der Selbstdarstellung der reichen oberrheinischen Museumslandschaft. Der Tagungsort am Oberrhein ermöglichte darüber hinaus erhellende Blicke über die Grenzen. Das Schweizer Mäzenatentum wurde ebenso mit seinen Chancen und Risiken diskutiert wie die französischen nationalen Zentralisierungstendenzen auch der kommunalen Museumsarbeit.
Für alle Referate sollte gelten, Museumsgeschichte und –geschichten nicht nur deskriptiv wiederzugeben, sondern gründlich danach zu befragen, welche Perspektiven sie aktuell für die Zukunft bieten.

Verfügbare Tagungsvorträge:

  • Dr. Michael Hütt (Villingen-Schwenningen):  Strukturen des „und“. Museen und Gewerbeausstellungen
  • Dr. Maria Schüly (Freiburg i.Br.): Das Augustinermuseum Freiburg – ein Bürgermuseum?
  • Dominik Wunderlin (Basel): Bürgerliches Mäzenatentum am Beispiel der Basler Museumslandschaft

 

Museumsverband BW